Im westdeutschen Kulturraum bezeichnet die Büttenrede eine Rede, die entweder auswendig vorgetragen oder vom Blatt abgelesen wird. In den meisten Fällen ist die Rede gereimt, wird im lokalen Dialekt vorgetragen und wird vom Redner auf dem speziellen Rednerpult, der Bütt (daher auch der Name), der Karnevalsgesellschaft vorgetragen.
Geschichtliches
Zur Karnevalszeit werden im Fernsehen derartige Veranstaltungen zuhauf ausgestrahlt und übertragen, die sicherlich jeder schon einmal gesehen hat. Massenweise kostümierte Leute versammeln sich nicht etwa, um zusammen zu tanzen und sich zu unterhalten, sondern um derartigen -meist namhaften und komischen- Büttenrednern zuzuhören. Ihren Ursprung findet die Büttenrede in dem mittelalterlichen Brauch des „Rügerechts“, in dem festgelegt war, dass sich alle einfachen Leute der Gesellschaft zur Fastnachtszeit frei aussprechen durften, was ihnen am Gesellschaftssystem, der Politik und Wirtschaft nicht passte. Dabei wurden früher wie heute namhafte Personen aus dem öffentlichen Leben parodiert und aufs Korn genommen. So ist es auch noch heute und kritisiert werden sowohl die deutschen Politiker, Minister, Wirtschaftsbosse oder die High Society.
Merkmale der Büttenrede
Klassisch gereimt in einem regelmäßigen Versmaß (meist ein fünfhebiger Jambus) wird die Büttenrede formal strukturiert und geschrieben. Der Reim dient nicht nur zur Melodie der Büttenrede, sondern soll es auch bereits angetrunkenen Zuhörern erleichtern, der Rede zu folgen und den Inhalt problemlos zu verstehen. Meist ist die Büttenrede in mehrere Strophen gegliedert, die obligatorisch in einer Pointe enden, die die Zuhörer erheitern soll, was meist auch problemlos gelingt.
„Dat Bütt“
Wie gesagt wird die Rede nach dem Bütt, dem in Form eines Fasses gestalteten Rednerpults, benannt. Dieses Fass zieht unterschiedliche Deutungshinweise mit sich: vom leeren Weinfass als Symbol der Bitterkeit bis hin zu einem Bottich, in dem schmutzige Wäsche (und hier die üble Nachrede und das Getratsche) gewaschen wird. Eigentlich egal, weil beides ja auf die Rede und den Hintergrund zutreffen würde.
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