Der Norden Deutschlands gilt eher als kühl. Während die Stadt Braunschweig seit vielen Jahren Norddeutschlands größten Karnevalsumzug veranstaltet, der sogar auf N3 übertragen wird, sperren sich andere Gemeinden komplett gegen das schöne Fest. Was soll man also tun, wenn man als Jeck im Norden leben muss?

Das eigene Fest

Wenn ein Jeck nicht zum Karneval kann, muss er den Karneval eben zu sich holen. Und dazu muss man sich zuerst einmal gleichgesinnte Freunde suchen. Mit denen hält man dann in den eigenen vier Wänden oder einer gemütlichen Gaststätte eine Karnevalssitzung nach Belieben ab. In der Gaststätte kann man natürlich schnell den Anfeindungen von Karnevalsgegnern ausgesetzt sein, denn solche gibt es im Norden leider nicht wenige. Ein Treffen in privaten Räumen ist dabei deswegen schon einfacher und versüßen lässt sich ein solcher Abend mit leckerem Essen. Wer sich nicht sicher ist, was gekocht werden könnte, findet bestimmt etwas passendes in diesem Kochbuch. Zum Essen sollte man passendes Kölsch oder ein anderes süddeutsches Bier reichen, damit der Faschingsfunke alsbald in flammende Begeisterung überspringt. So kommt nach “Freunde suchen” auch gleich “Freunde finden”. Dekorieren sollte man die Räumlichkeiten natürlich auch dementsprechend, nur ist es vielleicht beim ersten Treffen für eine Kostümierung noch zu früh. Sobald man aber genügend Gleichgesinnte gefunden hat, lässt sich eine Veranstaltung im großen Rahmen abhalten und dabei kann man sich dann und sollte man sich dann auch in die passenden Roben bzw. Kostüme hüllen.

Karnevalsverbände

In einigen norddeutschen Gegenden gibt es sogar schon Karnevalsverbände und natürlich kann man auch dort Freunde suchen. Jedoch ist es meist einfacher, sich selbst eine Gruppe aufzubauen, statt sich einer großen Gruppe als einzelner Neuling entgegenzustellen. Mit seiner eigenen kleinen Truppe von Jecken hat man immer Verstärkung dabei, wenn man sich als süddeutscher Karnevalist in die norddeutschen Verbänden integrieren möchte. Die Bräuche sind nämlich nicht überall deckungsgleich und so kann man sich schnell selbst, durch das Festhalten an liebgewonnenen Traditionen, ins Abseits befördern. In der eigenen Kleingruppe hingegen hat man vielleicht schon einige Einheimische, die Verständigungsproblemen entgegenwirken können, oder man hat gleichgesinnte Leidensgenossen aus dem Süden gefunden, die ebenfalls an den heimischen Bräuchen festhalten möchten. Das mag alles etwas hart klingen, schließlich geht es um Freude und nicht um einen Kampf der Kulturen. Einem “Alaaf” wird bestimmt eher ein freundliches statt ein aggressives “Helau” entgegnet. Dennoch lässt sich sagen, dass die fünfte Jahreszeit im Norden Deutschlands einen beinahe ebenso schweren Stand hat, wie sie im Süden der Bundesrepublik zu einem wahrhaft erfüllten Jahr gehört.

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